Was war & was wird – Rück- und Ausblick 2022 / 2023

Auch im letzten Jahr ist wieder viel passiert im Hochstift; über einiges haben wir bereits geschrieben, andere Dinge haben wir noch nicht erwähnt 🙂

Wir möchten den Jahreswechsel nutzen, das alte Jahr revue passieren zu lassen und einen Ausblick zu geben, was wir dieses Jahr vor haben.

Was war – 2022

Unterkünfte für Geflüchtete

Ende März erreichte uns eine Anfrage der Bezirksregierung, in der wir um Hilfe bei der Einrichtung von WLAN-Netzen in zwei im Aufbau befindlichen Unterkünften gebeten wurden. Natürlich konnten und wollten wir helfen und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

Zum einen ging es um eine Zeltstadt in der Nähe von Büren, die wir binnen weniger Wochen vollständig mit WLAN ausgeleuchtet haben und zum anderen um eine ehemalige Kaserne, die anfänglich vollständig ausgeleuchtet werden sollte. Leider wurde dieses Projekt nach viel investierter Zeit unsererseits bald auf ein Maß zusammengestrichen, das wir als nicht mehr sinnvoll angesehen haben; nun soll es wieder aufgenommen werden.

Mehr Details und einen Blick hinter die Kulissen findet Ihr hier.

Kurze Zeit später kam die Stadt Paderborn mit einem ähnlichen Vorhaben auf uns zu, um einige Wohnhäuser auszuleuchten, die als Unterkünfte dienen sollen. Hier sind wir weiterhin in Planungen mit der Stadt und warten auf den finalen Startschuss.

Ausbau in der Paderborner City

Wir hatten in der Vergangenheit über die Förderung der Stadt Paderborn berichtet, durch die uns ein Budget von ~180.000€  zur Verfügung stand, mit dem wir – bis zum 31.07.2022 – den Ausbau unserer Infrastruktur in der Innenstadt vorantreiben konnten, u.a.  eine deutliche Erhöhung der Uplink-Kapazität und unsere erste eigene Glasfaser.

Durch die Corona-Pandemie sind einige der geplanten Projekt leider auf Eis gelegt worden sodass wir im Förderzeitraum nur wenige Projekt umsetzen konnten und gleichzeitig entsprechend nur einen Teil der Mittel verausgabt haben. Daher hat der Ausschuss für Digitalisierung und E-Government im April letzten Jahres beschlossen, die Förderung mit den verbleibenden Finanzmitteln um weitere 3 Jahre – bis Mitte 2025 –  zu verlängern. Das freut uns natürlich und seitdem konnten wir einige Projekt wieder aufnehmen bzw. bereits abschließen.

Die Verlängerung unserer RZ-Standorts samt Internet-Anschluss und Glasfaser sind ein wichtiger Baustein unserer Infrastruktur, der durch die Förderung bezahlt werden kann.

Ein weiteres Projekt ist die bereits länger geplant Installation am Königsplatz, die wir im Oktober in Betrieb nehmen konnten; seitdem gibt es auch rund um die „heißen Bänken“ freies WLAN.

Ebenfalls im Oktober ging nach mehreren Vormittagen auf und unter dem Dach die Installation am Diözesanmuseum in Betrieb und leuchtet nun Teile des Marktplatzes aus.

Die Vorbereitungen für einen weiteren Rechenzentrumstandort mit 2. Internet-Anschluss in Paderborn laufen auf Hochtouren und wir hoffen ihn im ersten Quartal in Betrieb nehmen zu können.

Vom Winde verweht

Ende Mai 2022 zog ein Tornado durch das Paderborner Stadtgebiet und hinterließ eine Schneise der Verwüstung und es dauerte einige Tage bis wir zur Bestandsaufnahme auf die beeinträchtigten Dächer durften.

Eine paar unserer Richtfunkstrecken war ebenfalls betroffen, dank vorhandener Redundanzen kam es jedoch nicht zu längerfristigen Ausfällen.

Lagerplatz

Wir sind immer noch auf der Suche nach einem Lagerplatz für unsere Hab und Gut. Wenn Du eine Idee hast, wo wir ca.  8-10 m² (zur Not tun’s auch 6 m²) Lagerplatz herbekommen könnten, der optimalerweise auch außerhalb der Arbeitszeiten zugänglich ist und in dem es nicht friert, freuen wir uns, wenn Du Dich bei uns meldest 🙂

Ausblick

Im laufenden Jahr möchten wir natürlich den neuen Rechenzentrumstandort in Betrieb nehmen und von ihm aus zusätzliche Richtfunkstrecken in die Innenstadt aufbauen und existierenden Strecken mit 60GHz-Equipment austauschen. Unsere Backend-Infrastruktur wird ebenfalls das ein oder andere Hardware-Upgrade bekommen.

Da das Verwaltungsgebäude am Abdinghof nun Mitte des Jahres abgerissen werden soll steht ebenfalls ein Umzug unseres Knotenpunktes auf ein benachbartes Gebäude an; das freie WLAN am Marienplatz wird vermutlich leider erstmal nicht mehr zur Verfügung stehen, ist im Neubau aber wieder mit eingeplant 🙂

Sobald wir etwas von der Stadt bzw. Bezirksregierung hören, steigen wir wieder in Planung für weitere große Unterkünfte ein und werden ggf. berichten.

Lagerplatz gesucht

Leider mussten wir unser bisheriges Lager aufgeben, in dem wir Hardware, Werkzeuge, etc. untergebracht hatten. Daher sind wir auf der Suche an einem neuen Lagerplatz für unser Hab und Gut.

Schön wäre, wenn der Raum etwa 8-10 m² groß, zur Not reichen ggf. auch 6m². Da wir dort auch Hardware lagern möchten, die nicht für den Außeneinsatz bestimmt ist, ist es wichtig, dass der Raum trocken ist und es nicht all zu kalt wird. Es wäre auch schön, wenn wir auch außerhalb der Arbeitszeiten Zugriff auf den Lagerplatz haben, da wir ehrenamtlich agieren und die meisten Vorbereitungen und Aktionen daher Abends oder am Wochenende passieren.

Wenn Du oder Deine Firma einen entsprechenden Raum/Plast hast/habt, den Du/Ihr uns zur Verfügung stellen könntet, würden wir uns riesig freuen, wenn Ihr uns eine Mail schreibt 🙂

Freifunk am Königsplatz

Was lange währt, wird endlich gut! Letzte Woche konnten wir endlich den schon länger geplanten POP am kleinen Königsplatz in Betrieb nehmen!

Zwei neue AccessPoints, die auf dem Vordach der Stabsstelle Digitalisierung installiert wurden, versorgen nun den Platz mit freiem WLAN. Falls Ihr Euch beim Stadtspaziergang ein Päuschen auf den heißen Bänken machen wollt, oder Euch bei der L’Osteria ein Tiramisu gönnt, habt Ihr dort nun Empfang.

Die Anbindung erfolgt über unseren Richtunk-Backbone in der Innenstadt, ausgehend von Modehaus Klingenthal, von dessen Dach aus man einen schönen Ausblick über die Stadt hat 🙂

Freifunkromantik

Wir sind immer noch auf der Suche nach einem Lagerplatz für unsere Hardware, Werkzeuge, etc. Wenn Du oder Deine Firma einen trockenen Lagerplatz von ~8-10m² hast, den Du/Ihr uns zur Verfügung stellen könntet, würden wir uns riesig freuen, wenn Ihr uns eine Mail schreibt 🙂

Internet für Geflüchtete – ein Blick hinter die Kulissen

Wer uns auf Twitter oder Facebook folgt konnte in den letzten Wochen bereits einen Eindruck davon bekommen, was wir alles unternehmen, um zwei große Unterkünfte für Geflüchtete aus der Ukraine mit Netzwerk-/WLAN-Infrastruktur auszustatten. Aber der Reihe nach…

Ende März erreichte uns eine Anfrage der Bezirksregierung, in der wir um Hilfe bei der Einrichtung von WLAN-Netzen in zwei im Aufbau befindlichen Unterkünften gebeten wurden. Natürlich konnten und wollten wir helfen und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Zwei Tage später (25.3.) verbrachten wir unsere Mittagspause in einer ehemaligen Kaserne, um uns einen ersten Eindruck des Geländes und der bestehenden Infrastruktur zu verschaffen und der Plan war gesetzt; wir machen das!

Ungefähr 224 investierte Personenstunden später möchten wir die Verschnaufpause des Osterwochenendes nutzen, um Euch einen Einblick hinter die Kulissen zu gehen.

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Kein Freifunk mehr auf dem Warburger Neustadtmarktplatz

Im November 2014 trafen sich mehrere Vertreter vom Freifunk Hochstift (damals noch Freifunk Paderborn) in einem Café mit zwei Vertretern der Stadt Warburg: diese hatten sich bei uns gemeldet, um freies und offenes Internet in der Warburger Innenstadt zur Verfügung zu stellen. Was uns allen bis dahin noch nicht klar war: es war der Startschuss für eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit.

Schon kurz darauf, nämlich am 24. März 2015, verkündete der damalige  Bürgermeister Stickeln erstmals öffentlich in seiner Haushaltsrede, dass man zusammen mit dem Freifunk-Projekt nun WLAN in der Innenstadt anbieten werde. Bis die gemeinsame Vision dann Wirklichkeit werden konnte, dauerte es aber  noch etwas, da sich die Bereitstellung eines leistungsfähigen Internetanschlusses dort als noch wesentlich herausfordernder herausstellte, als ursprünglich befürchtet. In der Zwischenzeit wurden 2016 mehrere Unterkünfte für Geflüchtete mit an  das Freifunk-Netz angebunden und darüber mit Internet versorgt. Die Lösung des digitalen Dilemmas in der Innenstadt war schlussendlich die  Kirchengemeinde: über den hohen Turm der Warburger Neustadtkirche war es möglich, eine Anbindung des Infocenters mittels Richtfunkstrecken zu realisieren. Die Eröffnung auf dem Neustadtmarktplatz am 02.06.2017 wurde dann auch medial begleitet: in der Zeitung sowie auf der Webseite der Stadt Warburg. (Link entfernt, da der Artikel dort inzwischen nicht mehr zur Verfügung steht)

Technisch wurde der Internetverkehr der Warburger Innenstadt – neben einzelnen  Freifunk-Knoten in Geschäften und von Privatleuten – durch zwei  sogenannte „Uplinks“ realisiert: jeweils ein eigener Anschluss im Stadthaus sowie – etwas später – in der Polizeiwache in Warburg. Der erste war anfangs alleine und sorgte über die Richtfunk-Verbindung über den Kirchturm für WLAN am Infocenter. Später im Jahr (2017) entstand im Rahmen des landesweiten Projekts „100x WLAN“ der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen der zusätzliche Freifunk-Spot an der Polizeiwache. Da  von dort auch der Kirchturm sichtbar war, wurde eine zusätzliche  Richtfunkstrecke eingerichtet und der vom Land NRW finanzierte  Internetanschluss an der Polizeiwache diente als Backup-Uplink u.a. für  den Neustadtmarktplatz (und auch für das Stadthaus).

Bisherige Topologie Warburg
Bisherige Topologie Warburg

Es blieb nicht bei Freifunk unter freiem Himmel: darüber hinaus wurden im Stadthaus die publikumsträchtigen Wartebereiche ebenfalls mit Freifunk versorgt. Die meisten der für die Freifunk-Installationenen in Warburg eingesetzten Komponenten wurden von der Stadt beschafft. Nur ein kleiner Teil des Equipments wurde aus Landesmitteln durch den Freifunk Hochstift bereitgestellt.

Umso erstaunter waren wir, als der Internetanschluss im Stadthaus am 20. Mai diesen Jahres ohne Vorwarnung ausfiel. Wir bekamen Hinweise, dass dies eine bewusste Abschaltung und die weitere Kooperation hinfällig sei. Und so fragten wir am 26. Mai offiziell nach: statt einer Antwort war auch  die restliche Infrastruktur am Stadthaus wenige Stunden später nicht mehr erreichbar. Auf weitere Nachfrage unsererseits begann zwei Wochen später ein Schriftwechsel per E-Mail. Vorgestern, am 23. Juni, wurde uns mitgeteilt, dass stadtintern keine Unterlagen zum Bestehen einer Kooperation auffindbar seien und noch in dieser Woche eine Alternativlösung für den Markplatz bereitgestellt werde.

Unser Problem ist nun, dass der primäre Uplink für die Innenstadt nun bereits  länger nicht mehr verfügbar ist wodurch die Servicequalität bereits etliche Tage nicht mehr unserem Anspruch genügt. Dennoch bestand dank des Netzwerkkonzepts des Freifunks weiterhin ein  Internetzugang auf dem Neustadtmarktplatz, da dieser durch den Uplink in der Polizeiwache mitversorgt wurde. Da der Anschluss in der Polizeiwache leider deutlich weniger Bandbreite zur Verfügung stellt und damit gleichzeitig jetzt noch mehr Nutzer bedienen muss, war eine Verschlechterung der Servicequalität allerdings unumgänglich.

Nachdem wir nun erfahren haben, dass auf dem Neustadtmarktplatz seitens der Stadt eine alternative Lösung bereitgestellt wird und kein Interesse an einer weiteren Kooperation besteht, deaktivieren wir den dortigen Freifunk-Zugangsknoten (der ebenfalls von der Stadt Warburg beschafft und von uns betrieben wurde).

Diese jüngsten Entwicklungen bedauern wir sehr. Unser Ziel ist weiterhin freies WLAN für Alle im öffentlichen Raum und wir  stehen einer (weiteren) Kooperation in der Zukunft offen gegenüber.